Am 29. September 1957 explodierte ein Atommülltank in der Mayak-Anlage in Ozyorsk, Russland, und setzte radioaktives Material über Tausende Quadratkilometer frei. Das Ereignis kontaminierte weite Gebiete, setzte Hunderttausende Strahlung aus und wurde jahrzehntelang von sowjetischen Behörden vertuscht.
Hintergrund
Ereignisdetails
Um 16:20 Uhr am 29. September 1957 detonierten in der Mayak-Plutoniumproduktionsanlage in Ozyorsk (damals Tscheljabinsk-40), Tscheljabinsk Oblast, Russland, ein Behälter mit Atommüll. Die Explosion, äquivalent zu 70 Tonnen TNT, entstand durch ein defektes Kühlsystem, das den Abfall auf etwa 350°C erhitzte und eine chemische Reaktion auslöste.
Unmittelbare Folgen
Die Detonation schleuderte eine Rauchsäule mit Staub über einen Kilometer hoch und verteilte graue radioaktive Partikel über die Industriezone hinaus. Trümmer mit Cäsium-137 und Strontium-90 kontaminierten rund 20.000 Quadratkilometer, wobei die Wolke nordöstlich Hunderte Kilometer trieb.
Auswirkungen auf Mensch und Umwelt
Etwa 270.000 Menschen waren gefährlicher Strahlung ausgesetzt; über 10.000 wurden ab 6. Oktober 1957 evakuiert, zunächst ohne Begründung. Langfristig gab es potenziell Hunderte Krebsfälle und die Streichung von mehr als 30 Ortschaften von Karten bis 1991. Krankenhäuser meldeten bald Strahlenkrankheiten.
Vertuschung und Bedeutung
Sowjetische Behörden leugneten das Ereignis bis 1989, obwohl es zwei Fünftel der Tschernobyl-Radioaktivität freisetzte. Keine namentlichen Zeugen genannt, doch freigegebene Dokumente belegen Vertuschung und Gesundheitskrisen. Das Desaster offenbart Versäumnisse in der nuklearen Sicherheit der Kalten Kriegs-Waffenproduktion.