1. Januar 2000🇬🇧Programm
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Condign Report: UK-MoD schließt UFO Desk nach Geheimgutachten

Von 1967 bis Ende 2000 betrieb das britische Verteidigungsministerium das öffentlich bekannte 'UFO Desk', das Meldungen aus der Bevölkerung entgegennahm und an die Geheimdienstabteilung DI55 weiterleitete. 1996 beauftragte das MoD verdeckt den pensionierten RAF-Piloten und Geheimdienstoffizier Ron Haddow mit einer Geheimstudie unter dem Titel 'UAPs in the UK Air Defence Region'. Haddow erhielt dafür 50.000 Pfund und arbeitete vier Jahre lang in vollständiger Abschirmung — nicht einmal die zivilen Mitarbeiter des UFO Desk waren eingeweiht. Sein Ergebnis: UAPs sind real, aber es handle sich um 'atmosphärische Plasmen', keine außerirdischen Raumschiffe. Der 463-seitige Bericht untersuchte auch, ob diese Phänomene militärisch nutzbare Technologien liefern könnten.

Der als 'Condign Report' bekannt gewordene Bericht empfahl, dass DI55 keine UAP-Berichte mehr überwachen müsse, und lieferte die offizielle Begründung für die Schließung des UFO Desk im Jahr 2000. Kritiker bemerken eine auffällige Ähnlichkeit zum amerikanischen Condon Report, der seinerzeit das Project Blue Book zum Erliegen gebracht hatte.

Im Jahr 2018 stieß Historiker David Clarke auf ein internes 'UK Restricted'-Protokoll vom 16. April 1998, in dem Haddow — noch vor Abschluss seiner Studie — schrieb, er freue sich auf seine erwartete Empfehlung, DI55 aus der UAP-Überwachung herauszunehmen. Clarke wertete dies als 'Smoking Gun': Die Entscheidung zur Einstellung des öffentlichen UFO-Programms stand bereits vor der Studie fest. Der Condign Report diente demnach als Nebelkerze zur Rechtfertigung.

Datum
1. Januar 2000
Ort
London🇬🇧
Typ
Programm
Land
🇬🇧 Vereinigtes Königreich
Karte

Hintergrund

Im Jahr 2000 schloss das britische Verteidigungsministerium Project Condign ab, eine geheime vierjährige Studie über unidentifizierte Luftraumphänomene. Der über 460-seitige Bericht kam zum Schluss, dass UAPs keine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellten, räumte aber ein, dass die Phänomene real waren.

Die Studie

Project Condign wurde zwischen 1996-2000 als klassifizierte Untersuchung unidentifizierter Luftraumphänomene durchgeführt. Der resultierende Bericht "Unidentified Aerial Phenomena in the UK Air Defence Region" umfasste über 460 Seiten.

Wichtigste Ergebnisse

  • UAPs stellten keine Bedrohung der nationalen Sicherheit dar
  • Die Phänomene waren real und widersprachen konventionellen Erklärungen
  • Der Bericht führte die Phänomene auf "auftriebsfähige Plasmaformationen" zurück
  • Diese Hypothese wurde von Forschern weit verbreitet kritisiert

Freigabe und Schließung

Der Bericht wurde 2006 freigegeben und seine Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Basierend auf Condigns Ergebnissen schloss das MoD 2009 sein UFO-Büro und beendete damit Jahrzehnte britischer militärischer UFO-Untersuchungen.