1. Februar 2001🇬🇧Untersuchung
Kontroverse

Gary McKinnons Einbruch in Militärcomputer

Ein schottischer Systemadministrator drang in Dutzende Netzwerke des US-Militärs und der NASA ein, angeblich auf der Suche nach Beweisen für ein geheimes UFO-Programm, was einen jahrzehntelangen Auslieferungsstreit auslöste.

Datum
1. Februar 2001
Ort
London🇬🇧
Typ
Untersuchung
Land
🇬🇧 Vereinigtes Königreich
Karte

Hintergrund

Zwischen Februar 2001 und März 2002 verschaffte sich Gary McKinnon unbefugten Zugang zu 97 Computersystemen der US Army, Navy, Air Force und der NASA von seiner Wohnung in London aus über eine einfache Einwahlverbindung.

Der Vorfall

McKinnon nutzte Rechner aus, die keinen Passwortschutz hatten oder Standardzugangsdaten verwendeten. Er installierte Remote-Administration-Tools, kopierte Passwortdateien, löschte Benutzerkonten und entfernte kritische Systemdateien aus Militärnetzwerken.

  • Zugriff auf Computer in mehreren U.S. Militärbasen und dem Pentagon
  • Verursachte den Ausfall eines 2.000-Terminal-Netzwerks im Washington D.C. Gebiet für 24 Stunden
  • Hinterließ eine Nachricht auf Militär-Websites: "Your security is crap"
  • Löschte angeblich Waffenprotokolle in der Earle Naval Weapons Station, wodurch ein 300-Computer-Netzwerk ausfiel

McKinnons erklärte Ziele

McKinnon erklärte, sein einziges Ziel sei gewesen, unterdrückte Belege für außerirdische Technologie und Freie-Energie-Systeme aufzudecken. Er gab später an, Hinweise auf Personal gesehen zu haben, das als "nichtterrestrische Offiziere" bezeichnet wurde, sowie Dokumente über Transfers zwischen Schiffen, die in keinem bekannten Marineregister verzeichnet seien.

  • Fand eine Excel-Tabelle mit Rängen und Namen unbekannter Personen
  • Entdeckte Registerkarten mit Verweisen auf "Materialtransfers zwischen Schiffen"
  • Identifizierte ungefähr 8 bis 10 Schiffe ohne öffentliche Aufzeichnungen
  • Griff auf streng geheime Dokumente über ein Programm namens Landsearch zu

Reaktion der U.S. Regierung

Die U.S. Behörden stuften den Vorfall als den gravierendsten jemals strafrechtlich verfolgten unbefugten Zugriff auf Militärnetzwerke ein. Der geschätzte Schaden betrug ungefähr 700.000 bis 900.000 Dollar.

  • McKinnon wurde auf sieben Anklagepunkte wegen Computerbetrugs angeklagt
  • Hätte bei Verurteilung Freiheitsstrafen zwischen 60 und 70 Jahren erhalten können
  • Das U.S. Department of Justice forderte seine Auslieferung zur Verfolgung in den Vereinigten Staaten

Gerichtsverfahren und Ausgang

McKinnon kämpfte über zehn Jahre gegen das Auslieferungsverfahren an. Im Oktober 2012 blockierte die britische Innenministerin Theresa May den Auslieferungsantrag unter Verweis auf Risiken für seine psychische Gesundheit aufgrund seiner Diagnose im Autismus-Spektrum.

  • Kein Gerichtsverfahren fand im Vereinigten Königreich statt
  • McKinnon war keiner weiteren Strafverfolgung ausgesetzt
  • Die Entscheidung wurde auf Menschenrechtsgründen begründet

Bedeutung

Der Fall McKinnon verdeutlichte sowohl die Verwundbarkeit staatlicher Netzwerke als auch die Entschlossenheit von Einzelpersonen, die durch UFO-Überzeugungen motiviert sind, und warf zudem wichtige Fragen zum Auslieferungsrecht und zum Umgang mit psychischer Gesundheit im Justizsystem auf.

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