1. September 2020🇯🇵Programm
Kongress/Parlament

Japan: Selbstverteidigungsstreitkräfte führen UAP-Meldeverfahren ein

Im September 2020 kündigte das japanische Verteidigungsministerium die Einrichtung offizieller UAP-Meldeverfahren für Piloten der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF / 自衛隊) an. Das Militär wurde zudem beauftragt, UAP-Sichtungen aus der Öffentlichkeit zu untersuchen. Das Thema war Ende August 2020 bei einem Treffen japanischer Vertreter mit US-Verteidigungsminister Mark Esper in Guam aufgekommen, wo auch eine Zusammenarbeit in UAP-Fragen besprochen wurde.

Am 9. November 2023 bestätigte Verteidigungsminister Minoru Kihara während einer Sitzung des Sicherheitsausschusses im japanischen Repräsentantenhaus, dass es in einem Gebiet im Westen Japans häufig UAP-Sichtungen gebe und dass Japan diesbezüglich gemeinsame Analysen mit den USA durchführt.

Datum
1. September 2020
Ort
Tokyo🇯🇵
Typ
Programm
Land
🇯🇵 Japan
Karte

Hintergrund

Im September 2020 wies Japans Verteidigungsministerium die Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) an, offizielle Protokolle für die Meldung und Dokumentation von Begegnungen mit unidentifizierten Luftphänomenen einzurichten, nachdem das U.S. Department of Defense die UAP Task Force gegründet hatte.

Hintergrund und Kontext

Verteidigungsminister Tarō Kōno kündigte die neuen Verfahren als Teil von Japans breiterer Verschiebung hin zu verstärkten Maßnahmen der nationalen Sicherheit an. Der Schritt erfolgte als Reaktion auf die wachsende internationale militärische Anerkennung von UAP als Luft- und Sicherheitsrisiko.

  • Die U.S. Navy hatte kürzlich declassifizierte Videos aus 2004 und 2015 mit unerklärten Luftphänomenen veröffentlicht
  • Das Pentagon gründete die Unidentified Aerial Phenomena Task Force (UAPTF) im August 2020
  • Japan strebte eine Angleichung seiner Verteidigungsprotokolle an internationale Standards an

Offizielle Verfahren und Anforderungen

Verteidigungsminister Kōno wies SDF-Mitglieder an, alle unidentifizierten Luftobjekte zu dokumentieren und zu fotografieren, die sie begegnen oder in den japanischen Luftraum eindringen. Die Protokolle betonten die Bedeutung von Dokumentation und Analyse.

  • Alle Sichtungen ungewöhnlicher Luftphänomene aufzeichnen
  • Objekte wenn möglich fotografieren
  • Notwendige Analyse von Begegnungen durchführen
  • Informationen der Öffentlichkeit einbeziehen
  • Potenzielle Bedrohungen der nationalen Sicherheit bewerten

Begründung und strategische Bedeutung

Obwohl zum Zeitpunkt der Ankündigung kein SDF-Personal bestätigte UAP-Begegnungen gemeldet hatte, betonte Kōno, dass ordnungsgemäße Meldeverfahren für die Luftverteidigungsbereitschaft notwendig seien. Ein Hauptanliegen war die Unterscheidung zwischen konventionellen Militärflugzeugen, fortschrittlicher Drohnentechnologie und wirklich unerklärten Phänomenen.

Japan wurde eines der ersten großen asiatischen Länder mit formalisierten militärischen UAP-Meldeverfahren und etablierte einen Rahmen für die systematische Dokumentation und Analyse von Luftanomalien.

Entwicklung von Japans UAP-Politik

Nach der Februar 2023 Enthüllung, dass chinesische Spionageballons seit 2019 über Japan geflogen waren, intensivierte sich der Regierungsansatz. Verteidigungsminister Yasukazu Hamada kündigte an, dass SDF-Vermögenswerte berechtigt seien, UAPs und ausländische Spionageballons abzuschießen, basierend auf potenziellen Bedrohungen für den Zivilflugverkehr.

Im 2024 starteten japanische Parlamentarier eine umfassende parlamentarische Untersuchung von UFO-Sichtungen, wobei hochrangige Politiker für verstärkte Überwachung, staatliche Untersuchung von UAP-Daten und Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten eintraten.

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