Schumer-Rounds UAP Disclosure Act
Die Senatoren Chuck Schumer und Mike Rounds brachten einen überparteilichen Zusatz zum Verteidigungshaushalt 2024 ein, der eine Prüfungskommission mit Enteignungsbefugnis über staatliche UAP-Akten schaffen sollte.

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Hintergrund
Am 13. Juli 2023 brachten der Mehrheitsführer des Senats, Chuck Schumer, und der republikanische Senator Mike Rounds den sogenannten UAP Disclosure Act als Zusatz zum National Defense Authorization Act für das Haushaltsjahr 2024 ein und orientierten sich dabei ausdrücklich am President John F. Kennedy Assassination Records Collection Act von 1992.
Gesetzlicher Rahmen
Der Gesetzentwurf sah eine vom Präsidenten ernannte Prüfungskommission vor, die befugt sein sollte, die Herausgabe UAP-bezogener Akten jeder Bundesbehörde oder jedes privaten Auftragnehmers zu erzwingen. Der Zusatz gewann Mitunterzeichner aus dem gesamten politischen Spektrum und spiegelte eine seltene überparteiliche Dynamik zu diesem Thema wider.
Wichtigste Bestimmungen
- Räumte der Regierung ein Enteignungsrecht über geborgene Technologien oder biologische Nachweise nichtmenschlicher Intelligenz ein, die sich im Besitz privater Unternehmen befinden
- Stellte eine beispiellose gesetzgeberische Feststellung dar, dass solche Materialien möglicherweise außerhalb staatlicher Verwahrung existieren
- Sah eine unabhängige Prüfungskommission mit Durchsetzungsbefugnissen vor
- Enthielt Transparenzanforderungen und Fristen für die Offenlegung
Kongressverfahren
Der vollständige Senat verabschiedete den Wortlaut als Teil seiner NDAA-Version. Im Vermittlungsausschuss zwischen Repräsentantenhaus und Senat wurde der Entwurf jedoch erheblich abgeschwächt. Die Enteignungsklausel und die unabhängige Prüfungskommission wurden gestrichen, Berichten zufolge auf Druck der Rüstungsindustrie und einzelner Abgeordneter des Repräsentantenhauses.
Endergebnis
Die letztlich verabschiedete Fassung bewahrte gewisse Transparenzanforderungen und Fristen für die Offenlegung, ihr fehlten jedoch die Durchsetzungsmechanismen, die Befürworter als wesentlich erachteten.
Bedeutung
Der Schumer-Rounds-Zusatz stellte den ambitioniertesten gesetzgeberischen Vorstoß für UAP-Transparenz in der Geschichte der USA dar. Selbst in seiner abgeschwächten endgültigen Form schuf er einen wichtigen Präzedenzfall: Überparteiliche Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses erkannten an, dass die UAP-Frage eine systematische staatliche Offenlegung rechtfertigt. Der Widerstand, auf den er traf, offenbarte zugleich die institutionellen Kräfte, die sich gegen vollständige Transparenz stellen.