J. Allen Hynek
J. Allen Hynek (1. Mai 1910 – 27. April 1986) war ein amerikanischer Astronom und einer der einflussreichsten UFO-Forscher des 20. Jahrhunderts. Als Kind tschechischer Einwanderer geboren, spezialisierte er sich zunächst auf Astrophysik und Sternentwicklung. Seine Karriere nahm 1948 eine entscheidende Wendung, als die US Air Force ihn als wissenschaftlichen Berater für Project Sign heranezog – die erste staatliche Untersuchung des UFO-Phänomens in den USA.
Hynek blieb über zwei Jahrzehnte hinweg als wissenschaftlicher Berater tätig, zuerst bei Project Grudge (1949–1951) und dann bei Project Blue Book (1952–1969), dem umfangreichsten UFO-Untersuchungsprogramm der amerikanischen Luftwaffe. Anfangs galt er als „Debunker" angeblicher UFO-Sichtungen und war sogar Mitglied des von der CIA initiierten Robertson Panel. Doch hinter den Kulissen wuchs seine Kritik am offiziellen Auftrag des Projekts, UFO-Sichtungen zu entlarven. In den 1960er Jahren entwickelte sich Hynek zum landesweit führenden UFO-Experten.
Sein bedeutendster Beitrag war die Entwicklung des „Close Encounter"-Klassifizierungssystems zur systematischen Katalogisierung von UFO-Berichten. Dieses System wurde durch Steven Spielbergs Film „Unheimliche Begegnungen der dritten Art" (1977) weltbekannt, bei dessen Produktion Hynek als Berater fungierte und sogar einen Cameo-Auftritt hatte. In seinen späteren Jahren betrieb Hynek unabhängige UFO-Forschung und veröffentlichte Klassiker wie „The UFO Experience" (1972) und „The Hynek UFO Report", in denen er seine wissenschaftlichen Analysen von Zeugenberichten und Spurenevidenzen dokumentierte. Gegen Ende seines Lebens zweifelte er an der extraterrestrischen Hypothese und erwog alternative Erklärungen wie interdimensionale Ursprünge von UFOs.